Bildungsreise W3c | FOLLOWING THE TILES OF LISBOA

Montag, 14.10.2019
Der Tag der Ankunft

Der Montagmorgen fing schon lebhaft an. Alle versammelten sich am Flughafen und es schien nach Plan zu laufen, als jemand bemerkte, dass die Tasche mit den Reiseunterlagen und dem ganzen Geld fehlte. Die Tasche fand sich nicht wieder und so musste ein provisorischer Reisepass ausgestellt werden, denn sonst hätte diese Schülerin nicht mitreisen können. Im Laufe der Woche fand sich die Tasche glücklicherweise bei der BVB wieder.

Nach einem dreistündigen Flug kamen wir im warmen Lissabon an. Komischerweise durften wir am Flughafen nicht mit unseren Koffern in gewöhnliche Linienbusse einsteigen, also nahmen wir die Metro, um zum Hotel zu gelangen. Dort angekommen richteten sich alle erst einmal ein und ruhten sich danach etwas aus, um dann am Abend eine Fahrt im legendären Tram 28 durchzuführen.

Gegen Abend liefen wir zur Endstation „Martim Moniz“ im Stadtzentrum, um bessere Chancen auf Sitzplätze im heissbegehrten Tram 28 zu bekommen. Die Linie 28 der Strassenbahn Lissabon verbindet die unterschiedlichen Stadtteile miteinander und schlängelt sich durch die engen Gassen der Altstadt. Während der Fahrt fielen uns immer wieder die für Lissabon typischen Kacheln auf, welche an den Hausfassaden zu sehen sind.

Die auf diesen Linien eingesetzten Trams sind bekannt für ihre alte Bauart. Die Strecke umfasst aussergewöhnliche, steile Wege, auf denen wir uns ein Bild von der Stadt machen konnten. Die kleinen gelben Remodelado-Trams stammen aus den 30er Jahren und versprühen einen traditionellen Charme – von den originalen Drehköpfen und Hebeln bis hin zu den polierten, aber ungemütlichen Holzbänken.

Nach unserer Tramfahrt fuhren wir mit der Metro in ein italienisches Restaurant im Stadtteil Santa Justa, wo wir unser erstes gemeinsames Abendessen genossen.

Jesika, Anna, Devran, Özgür

Dienstag, 15.10.2019
Mosteiro dos Jéronimos in Belém

Der erste Halt unserer Reise war das „Mosteiro dos Jerónimos“, eines der bedeutendsten Klöster Lissabons und ein beeindruckendes Beispiel manuelinischer Baukunst. Das Kloster ist überwältigend. Wenn man die Verzierungen im verschnörkelten Kreuzgang genauer betrachtet, kann man Tiere und andere Fabelwesen, aber auch viele Motive aus der Seefahrt erkennen. Vasco da Gama, der 1498 den Seeweg nach Indien entdeckte, und zahlreiche portugiesische Könige fanden im Kloster ihre letzte Ruhestätte. Es war eindrücklich zu sehen, was man anfangs des 16. Jahrhunderts in nur sieben Jahrzehnten mit Handarbeit erschaffen konnte

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Fonte Monumental

Fonte Monumental
Bevor wir zum Seefahrerdenkmal gingen, sahen wir uns in der Nähe den Brunnen „Fonte Monumental“ an, der zum „Praça do Império“ Garten gehört. Platz und Springbrunnen wurden zu Ehren des portugiesischen Kolonialreiches errichtet. Seine Fontänen sind sehr hoch und sehen beeindruckend aus. Das Gruppenfoto vor dem Wasserspiel durfte natürlich nicht fehlen.

Padrão dos Descobrimentos

Padrão dos Descobrimentos
Unsere Reise ging weiter zum „Padrão dos Descobrimentos“. Die Entdeckung des Seewegs und der nachfolgende Handel machten Portugal zur Weltmacht. Dieses Denkmal soll an das Zeitalter der Entdeckungen durch Seefahrer, Schriftsteller, Forscher und Astronomen erinnern. Darauf abgebildet sind 33 wichtige Persönlichkeiten Portugals aus dem Spätmittelalter. Ganz vorne befindet sich Heinrich der Seefahrer, auf der linken und rechten Seite die anderen 32 Persönlichkeiten. Am meisten gefallen hat uns, dass uns das Denkmal wirklich an ein Schiff erinnert.

Auf dem Boden vor dem Denkmal befindet sich das grosse Mosaik „Rosa dos Ventos“, das bei uns einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen hat. Im Zentrum dieses Mosaiks ist ein grosser Kompass abgebildet und in der Mitte ein Buch mit der Weltkarte, auf der die Orte und Routen portugiesischer Entdeckungen im 15. und 16. Jahrhundert verzeichnet sind. Was uns am meisten bewegt hat, ist die Tatsache, dass dieses Mosaik von Menschenhand erschaffen wurde und äusserst detailliert ist.

Torre de Belém

Torre de Belém
Nach der Besichtigung des Seefahrerdenkmals ging es direkt zum Torre de Belém. Es ist eines der wenigen Bauwerke, die das grosse Erdbeben im Jahre 1755 unbeschadet überstanden haben. Der Turm wurde im manuelinischen Stil erbaut. Zu seinen Glanzzeiten benutzte man ihn als Leuchtturm.
Um in den Turm zu gelangen, mussten wir etwa 30 Minuten anstehen (es ist zu erwähnen, dass nicht Hochsaison herrschte!). Im Turm selbst gibt es drei Ebenen, die man besichtigen und nur über eine sehr enge Wendeltreppe erreichen kann. Sobald man ganz oben angelangt ist, hat man eine tolle Aussicht auf das Meer und die Stadt. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Um wieder hinunterzugehen, muss man erneut Schlange stehen und auf das Signal warten. So wird verhindert, dass zu viele Touristen einander auf die Füsse treten. Sowohl das Kloster als auch der Turm zählen heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Vijenath, Nadja, Özlem, Aida

Mittwoch, 16.10.2019
Ein Ausflug ins Museu Nacional do Azulejo und ins Oceanário de Lisboa

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Am Morgen brachen wir zum „Museu Nacional do Azulejo“ auf, das einst ein Kloster war. Das Kloster „Madre de Deus“ (Muttergottes) wurde von Eleonore von Portugal gestiftet, damals Königin von Portugal (1481 bis 1495) und beim Erdbeben 1755 fast vollständig zerstört.
«Azulejo» ist das portugiesische Wort für Kacheln. Die Technik, Fliesen zu glasieren, stammt aus dem persischen Raum. Die Handwerker übernahmen damals die Technik der Kachelherstellung und entwickelten die Kachelkunst in Lissabon weiter. Die Kacheln prägen die portugiesische Kultur sehr stark, dies konnten wir auch anhand der Häuser in der Stadt erkennen, die sehr oft mit Kacheln wunderschön verziert sind.
Das in den noch erhaltenen Kreuzgängen und Gebäuden untergebrachte Museum hat uns sehr beeindruckt. Bedeutendste Kachelgemälde sind eine Stadtansicht, die Lissabon 25 Jahre vor dem Erdbeben von 1755 zeigt, und ein 25 Meter langes Fliesenbild aus 1300 Kacheln. Die Kunstwerke aus der Zeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert sind eindrucksvoll. Wir waren positiv überrascht, denn wir hatten mit einem langweiligen Museumsbesuch gerechnet. Im Grossen und Ganzen war dies ein erfolgreicher und interessanter Morgen.

Am Nachmittag fuhren wir zum Aquarium. Als wir dort ankamen, schlug Frau Lanz spontan vor, mit der “Teleférico“ über das ehemalige Expo-Gelände zu schweben. Die Klasse stimmte sofort zu. Von der Gondel aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick über ganz Belém.

Danach gingen wir in das „Oceanàrio de Lisboa“, das grösste Indoor-Aquarium Europas. Das grosse Hauptbecken in der Mitte beherbergt viele verschiedene Arten von Fischen, u.a. Haie, Rochen, Thunfische, Sardinen, Mondfische. Die anderen Tanks repräsentieren verschiedene Regionen der Erde, u.a. die Antarktis-Ecke mit Pinguinen und einem künstlichen Gletscher.

Trotzdem hat uns dieser Besuch eher enttäuscht, da wir grössere Fische und Säugetiere erwartet hatten, wie zum Beispiel Delfine.

Colin, Ensar; Omar; Visar

Donnerstag, 17.10.19
Der Ausflug zur Kathedrale und zum Elevador de Santa Justa

Heute stand die Hauptkirche der Stadt Lissabon auf dem Programm. Um zur Kathedrale „Sé Patriarcal“ zu gelangen, nahmen wir den Bus. Gefühlt waren wir über 30 Minuten unterwegs. Die Kathedrale liegt auf einem Hügel nahe dem Meer. Als wir dort ankamen, erzählten uns Lina und Leila Wissenswertes über die Kathedrale, die heute dort steht, wo früher eine Moschee existierte. Ausserdem wurde sie mehrmals durch Erdbeben zerstört und danach wieder aufgebaut, weshalb verschiedene architektonische Stile nebeneinander bestehen. Der Innenraum der Kathedrale ist in den Stilen der Romanik und der Gotik gestaltet. Die Kathedrale besitzt zwei grosse Orgeln, welche sehenswert sind. Natürlich durfte auch hier ein Gruppenbild nicht fehlen.

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Als letzte Sehenswürdigkeit Lissabons gingen wir zum Elevador de Santa Justa, welcher mitten im Stadtzentrum liegt. Wir schauten uns diesen Lift kurz von unten an, denn die Schlange, um nach oben zu gelangen, war uns Schülerinnen und Schülern zu lang. Unsere Lehrpersonen, Frau Lanz und Herr Rempert, harrten natürlich eine halbe Stunde aus, um die spektakuläre Aussicht vom obersten Stockwerk dieser Stahlkonstruktion zu geniessen.

 

Edi, Lina, Leila, Kosta

 

Freitag, 18.10.2019
Rückreise

 

Freitag war der letzte Tag unserer Reise. Unser Flug sollte planmässig um 15.30 Uhr losfliegen. Den Morgen verbrachten wir mit Packen und Aufräumen der Zimmer, da wir um 10.00 Uhr auschecken mussten. Wir, Tim, Scherdil, Ensar und Omar, gingen nach dem Auschecken noch ein letztes Mal in die Stadt, um etwas Kleines zu essen. Wir konnten gut mit der Stadt abschliessen und gingen anschliessend zurück ins Hotel, von wo wir mit dem Gepäck die Reise zum Flughafen antraten. Dort angekommen stellte sich heraus, dass der Flug massiv Verspätung hatte, also machten wir es uns gemütlich und warteten. Als das Gate endlich bekanntgegeben wurde und das Flugzeug abhob, hatten wir eine phänomenale Sicht auf die Stadt. Nach dem Flug konnten wir gemeinsam mit Frau Lanz und Herrn Rempert diese schöne und ereignisvolle Reise beenden.

Wir sind müde, aber zufrieden nach Hause zurückgekehrt und bedanken uns für die schöne Zeit.

 

 

Unser kurzer Wochenrückblick

 

Die Reise hat uns als Klasse noch nähergebracht. Die Atmosphäre war sehr angenehm und die Leute verstanden sich gut. Es gab keinerlei Konflikte und man hat gemerkt, dass alle diese gemeinsame Zeit genossen haben. Die Museen und Orte, die wir besucht haben, waren sehr lehrreich und äusserst interessant. Die Stadt ist sehr schön, wenn auch hügelig. Jeder Tag war einzigartig und ereignisreich. Wir haben es sehr genossen und können Lissabon als Reisedestination nur empfehlen.

 

Tim & Scherdil

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