Wo es geistert und spukt …
Kurz vor dem Ende der Ausstellung «Geister» betreten die Lernenden der W1b die mystischen Hallen des Kunstmuseums und begeben sich, Geisterjägern gleich, auf die Spur des Übernatürlichen. Bilder und Kurztexte zeigen, was ihnen am meisten Eindruck gemacht hat.

«Ich habe zwei Figuren in einer Glasvitrine ausgewählt (Paul Klee) sehen aus wie Puppen und wirken etwas unheimlich. Für mich passen sie gut zum Thema Geister, weil sie wie Wesen zwischen Mensch und etwas Übernatürlichem aussehen. Dadurch wirken sie besonders spannend und geheimnisvoll.» (Eileen)
«Mich hat angesprochen, dass man merkt, hier waren einmal Menschen, aber jetzt ist niemand mehr da. Diese Leere wirkt unruhig (Bild von Corinne May Botz).» (Jannika)
«Dieser Stuhl (Urs Fischer) erinnert mich an meine Kindheit und an einen gruseligen Traum, den ich einmal hatte, einen Albtraum. Früher hätte er mir Angst gemacht, doch heute fühle ich eher Nostalgie, wenn ich daran denke, als ich noch an Geister und paranormale Dinge geglaubt habe.» (Raisa)
«Ich finde das Kunstwerk (von John Henry Pepper) sehr interessant, weil es mit bestimmten Winkeln funktioniert und die Personen unsichtbar bzw. durchsichtig werden. Ich denke an alte gruselige Filme, da die Sicht sehr ähnlich ist.» (Daniel)
«Das Kunstwerk zeigt die Front von einem alten Haus, mit Tür, Fenstern und Dach. Es wirkt geheimnisvoll, als ob dort früher jemand gelebt hat. Obwohl es nur an der Wand ist, fühlt es sich fast wie ein echtes Haus an.» (Nikola)
«Dieses Bild (Benjamin West) hat mich aufgrund der weissen Figur in einer dunklen Umgebung angesprochen. Ich finde das Bild sehr mysteriös, weil man die weisse Figur und die Menschen unterschiedlich interpretieren kann. Was mir an diesem Bild gefällt, ist die Ausstrahlung der weissen Figur.» (Erik)
«Der Bezug zur Realität und die durchaus sehr nachvollziehbare Situation hat mich in gewisser Weise beeindruckt, aber auch etwas verängstigt. Während ich das Bild (William Blair Bruce) anschaute, waren meine Gedanken sehr unterschiedlich. Der präsenteste Gedanke war jedoch, wie es wohl ist, in dieser Situation zu sein, dem Tod so nahe.» (Elian)
«Dieses Bild (William Blair Bruce) hat durch die Winterlandschaft und durch den Geist eines Jägers, meiner meinung nach, etwas mysteriöses an sich. Der Jäger scheint nicht tot zu sein. Sein Geist kann es also eigentlich nicht sein. Aber wessen Geist dann? Und warum ist dieser Geist da und sieht ihm so ähnlich? Diese Fragen gehen mir, wenn ich das Bild anschaue, durch den Kopf.» (Andrés)
«Mich zieht die geisterhafte Figur im Schnee (William Blair Bruce) an, weil sie eine unheimliche Ruhe ausstrahlt. Das Bild wirkt so stark auf mich, weil der Schatten wie ein echtes Geist neben dem Wanderer aussieht. Ich frage mich dabei, wie wenig wir Menschen gegen die Kraft der gewaltigen Natur machen können.» (Yusuf)
«Ich fand dieses Bild (Augustin Lesage) sehr interessant wegen der erstaunlichen Symmetrie. Dieses Bild gibt auch den Eindruck, als wäre es ein verlassenes Tempel. Wie kommt man auf so etwas? Was geht einem während des Zeichnens durch den Kopf?» (Amar)
«Mich hat an dem Bild (Augustin Lesage) besonders gefallen, dass es so viele kleine Details gibt. Es wirkt auf mich ruhig, aber auch spannend, weil ich immer wieder etwas Neues entdecke. Ich frage mich, was der Künstler damit ausdrücken wollte.» (Minh Khang)
«Dieses Bild (John Everett Millais) hat mich angesprochen, weil es so gross ist und in der Mitte des Raumes steht. Ich finde, dass dadurch auf eine Art gezeigt wird, dass das Bild von wichtiger Bedeutung ist. Während ich dieses Bild betrachte, frage ich mich, warum der Mann auf dem Bett so besorgt ist und seinen Arm wie eine Art Hilferuf ausstreckt.» (Berzan)
«Mich hat die Verbindung zwischen den Tafeln (Sigmar Polke) besonders angesprochen, weil sie wie eine stille, geheimnisvolle Kommunikation wirkt. Die gespannten Fäden machen alles geheimnisvoll und spannend. Dabei frage ich mich, welche Gedanken oder Botschaften zwischen den beiden Seiten ausgetauscht werden.» (Ecrin)
«Mich hat das Bild (Wilhelmine Assmann) durch seine lebendig wirkenden Formen angesprochen. Für mich wirkt es im Vergleich zu den anderen Werken der Ausstellung mehr wie ein echtes Kunstwerk. Aber auch der Kontrast zwischen den Weichen Formen und den spitzen Zacken hat mir sehr gefallen.» (Leander)
«Dieses Objekt (Rachel Whiteread) hat mich angesprochen, weil das Haus kaputt aussieht und trotzdem noch steht. Das macht mich nachdenklich, weil es zerbrechlich wirkt und mich an ein echtes Zuhause erinnert. Ich frage mich, was dort passiert ist und warum es jetzt so aussieht.» (Aselya)
«Das Kunstwerk (Cornelia Parker) war sehr gross und zog schnell Aufmerksamkeit auf sich. Ich fand, dass das Haus in Teile aufgeteilt ist, spannend. Das Haus sieht sehr spukig aus und passt definitiv zum Thema Geister. Es sieht aus wie ein Gruselhaus.» (Georg)
«Es faszinierte mich, wie realistisch die Augen des Ausstellungsobjekts (Tony Oursler) im Vergleich zur Kapuze des Geistes waren. Ich fand es gruselig und beunruhigend, und mein erster Gedanke war, ob das die Augen einer echter Person waren, die mich gerade ansah.» (Andy)
«Wenn der Rauch die Gesichter (Mike Kelley) so umhüllt, kommt es einem so vor, als würde man einen Blick auf die Seele selbst werfen. Wenn etwas Unsichtbares sichtbar wird, wirkt es Innerlich verankert. Ich spiele mit dem Gedanken, dass jeder mehr als sein Äusseres ist, weil die Seele oft im Verborgenen verweilt.» (Kamin)
«Der Geist spricht mich an, weil er auf den ersten Blick einfach und fast lustig wirkt, aber durch die leuchtend blauen Augen etwas Unheimliches bekommt. Der starke Blick zieht mich sofort an und lässt die Figur (Mike Kelley) lebendig erscheinen. Beim Betrachten frage ich mich, ob der Geist mich beobachtet und welche Bedeutung hinter seiner Verkleidung steckt.» (Berken)
«Mich hat die schwebende Wirkung der Figur (Gillian Wearing) im farbigen Rauch besonders angesprochen. Weil der Rauch die Person gleichzeitig sichtbar und unsichtbar macht und dadurch geheimnisvoll wirkt. Ich denke darüber nach, wie es sich anfühlt, wie ein Geist zwischen Anwesenheit und Verschwinden zu sein.» (Asmahan)