WW-Theater 2026: alles andere als eine Enttäuschung!
Wenn Dämonen dich heimsuchen – dann biete ihnen eine Tasse Kaffee an. Wieder einmal zaubert die WW-Theater-Crew eine hervorragende Inszenierung auf die Bühne.
Es ist ein zweischneidiges Schwert, mit welchem der Drache erlegt werden soll. Einerseits macht es das Leben interessant, wenn wir imstande sind, Dinge zu sehen, die niemand anderes sehen kann. Andererseits sollten wir uns auch nichts vormachen. Ein Hauch von Vanilla Sky: Ein Leben, in dem alles gut ist, ist kein Leben. Denn Leben ist mehr als nur gut. Die Seifenblase muss platzen. In einer perfekten Welt haben Mängel Platz. Müssen Platz haben. Vollendung kann es nur geben, wenn das Unvollendete Teil davon ist. Und so ist auch Illusion Teil der Realität. Man nehme es Don Quixote also nicht übel, wenn er Windmühlen für Riesen hält.
Die beste Innenarchitektin des Landes und die besten Möbelpacker der Welt können nicht verhindern, dass menschliche Gebäude Risse bekommen. Doch wie schliessen wir Frieden mit uns selbst? Vergessen ist keine Option. Emotion gibt es nur mit Erinnerung. Erfüllung gibt es nur mit Vergangenheit. Täusche dich nicht! Die Silhouette verbirgt die Narben, die dich letztlich zu dem machen, was du bist. Wenn der Vorhang fällt und sich der Nebel lichtet, dann betrete die Bühne fernab des Rampenlichts: Lass den Drachen leben. Mach Amerika wieder gross. Arbeite am Soundtrack des Lebens. Und hol‘ endlich den Hackbraten raus!
Das WW-Theater als wackere Antipode zum Doomscrolling weckt den Ritter in uns. Gut Ding will Weile haben. Erfahrene Altstars und stürmische Newcomer geben der Schauspieltruppe eine neue, brillante Klangfarbe und uns etwas zu denken.
Bilder: Dan Scherrer
Text: Rg