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Baltischer Glanz

Kurz vor der wegweisenden Abstimmung rund um die „10-Millionen-Schweiz“ bekommen wir Besuch von der litauischen Botschafterin Irena Urbutytė. Einmal mehr dürfen wir im Rahmen des Europatags eine hochrangige Persönlichkeit aus einem EU-Land an unserer Schule willkommen heissen.

Während die litauische Flagge vor unserer Schule den aufbrausenden Juni-Winden trotzt und sich in ihren glanzvollen Farben zeigt, berichtet uns Irena Urbutytė in der Aula des Wirtschaftsgymnasiums, wie sich ihr Land angesichts stürmischer Zeiten wappnet und dennoch Ruhe bewahrt. Litauen hat als südlichstes Land des Baltikums eine spezielle Lage: Im Osten grenzt es an Belarus, im Südwesten an die russische Exklave Kaliningrad. Beide Gebiete werden bekanntermassen von Autokraten regiert, die einander nahestehen. Und die beide wohl nichts gegen eine Expansion einzuwenden hätten. Dass die Oblast Kaliningrad nicht mit russischem Gebiet verbunden ist, ist seit Langem eine offene russische Wunde. Zwischen Kaliningrad und Belarus liegt ein hundert Kilometer langer Streifen, der Litauen mit Polen und damit mit europäischem Kernland verbindet.

Eine starke Anbindung an die EU und an Europa liegt daher im ureigensten Interesse Litauens. Und natürlich kommt hier auch die Schweiz ins Spiel: Spricht sich das Schweizer Stimmvolk für oder gegen eine Fortsetzung des bilateralen Wegs mit der EU aus? Die Haltung der Botschafterin ist klar. Sie weibelt für das europäische Projekt und hofft darauf, dass die Schweiz weiterhin verlässlicher Partner der EU bleibt. Für sie ist klar: Litauen hat viel vom EU-Beitritt profitiert.

In bestem Deutsch berichtet uns die Diplomatin von ihren Tätigkeitsfeldern und von ihrer Heimat. Das nördlichste Land der Welt mit katholischer Mehrheit tritt Litauen 2004  zeitgleich der EU und der NATO bei. Religion und Verteidigung finden symbolisch Repräsentanz im Wappen Litauens. Der Schild zeigt ein Doppelkreuz. Und der wehrhafte Ritter deutet seine Bereitschaft an, die Heimat zu verteidigen, wenn es nötig ist.  Im Zentrum litauischer Interessen stünden aber gute Beziehungen zu den Nachbarländern, meint die Botschafterin.

Wie auch immer es weitergeht, Europa wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sowohl für Litauen als auch für die Schweiz.

Dank an die teilnehmenden Klassen und an die durchführenden Lehrpersonen (Sc, Ml)

Rg

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