Skip to main content

Die W1b im Knast

Von aussen ist nicht zu erkennen, dass es sich um einen Knast handelt. Alcatraz ist anderswo. Das Baselbiet hat vier Gefängnisse. Eines davon haben die Lernenden der W1b besucht.

Die JVA Muttenz (Justizvollzugsanstalt Muttenz) ist eine Einrichtung des Kantons Basel-Landschaft für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Untersuchungshaft. Sie dient dazu, straffällige Personen sicher unterzubringen, deren Betreuung zu gewährleisten und sie – soweit möglich – auf eine straffreie Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten.

Die Lernenden der W1b haben ihre Eindrücke festgehalten:

«Im Gefängnis gibt es eine Hierarchie, auf der höchste Stufe sind Mörder und auf der untersten sind Kindervergewaltiger und allgemeine Sexualstraftäter.

Die Gefangenen sind 22 Stunden in den Zellen und dürfen eine Stunde im Spazierhof laufen und sich eine Stunde frei bewegen im Gefängnis, dann können sie andere Gefangene besuchen und mit ihnen Spiele wie Kicker spielen. Sie haben zweimal in der Woche Sport und können sich somit fit halten und sich austoben.

Allerdings gibt es Gefangene, die sich nicht an die Regeln halten. Dementsprechend werden dann Massnahmen ergriffen. Die letzte Massnahme ist die Einzelhaft. Dort sind die Gefangenen allein in einer Zelle und dürfen nicht nach draussen gehen. Zur Unterhaltung haben sie nur eine Bibel, einen Koran oder eine Thora.

Uns hat überrascht, dass sich die Inhaftierten Mahlzeiten wünschen können.»

Andrés, Andy, Berzan, Daniel


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b5/2019-Muttenz-Strafjustizzentrum.jpg/500px-2019-Muttenz-Strafjustizzentrum.jpg

„Der Besuch in der JVA war für uns sehr eindrücklich und spannend. Wir hatten alle völlig andere Vorstellungen von einem Gefängnis aufgrund der vielen Filmen und Serien, die es über Gefängnisse und Ausbrüche gibt. Wir wussten, dass die Schweizer Gefängnisse im Vergleich zu amerikanischen Gefängnissen etwas milder sind, aber wir dachten, sie seien noch etwas milder. Die Zellen sind klein und kahl. Die Häftlinge sind 22 Stunden pro Tag in der Zellen, sie haben eine Stunde gemeinsame Zeit und offene Zellen und eine Stunde Hofgang. Während dem Hofgang gibt es ungeschriebene Regeln, die alle Häftlinge kennen und die sie einhalten. Es hat uns sehr beeindruckt, wie sich die Häftlinge alle an die Regeln halten und vermeintlich harmlos sind. Insgesamt hat uns der Besuch sehr gefallen und es war eine spannende und interessante Erfahrung. Wir würden gerne mal einen echten Strafvollzug besichtigen und den Vergleich zwischen U-Haft und Strafvollzugsanstalt zu sehen.»

Elian, Nikola, Erik

 

«Während der Führung konnten wir verschiedene Bereiche der JVA anschauen. Es war interessant zu sehen, wie der Alltag der Gefangenen aussieht. Sie haben einen festen Tagesablauf mit Arbeit, Freizeit und anderen Aufgaben. Gleichzeitig gibt es viele Regeln, die sie einhalten müssen.

Uns ist besonders die Umgebung in der JVA aufgefallen. Wir fanden es etwas schade, dass alles so grau und farblos wirkte. Viele Räume sahen ziemlich leer und leblos aus. Die Stimmung war dadurch eher bedrückend. Wir können verstehen, dass ein Gefängnis kein gemütlicher Ort sein soll, aber etwas mehr Farbe würde die Atmosphäre vielleicht angenehmer machen.
Der Besuch hat unsere Vorstellung von Gefängnissen verändert. Es wurde klar, dass es dort nicht nur um Strafe geht, sondern auch darum, die Gefangenen auf ihr Leben nach der Haft vorzubereiten. Der Besuch war spannend und interessant, weil wir einen Einblick in eine Welt bekommen haben, über die man normalerweise nicht viel weiss.»

Eileen, Raisa, Jannika

 

«Wir waren etwas schockiert, weil wir uns das Gefängnis ganz anders vorgestellt hatten. Schon am Eingang mussten wir alle Wertgegenstände abgeben. Danach besichtigten wir einen Zellenblock und den Pausenraum. Dort gab es nicht viel, und die Gefangenen mussten ihre eigenen Stühle aus ihrer Zelle mitbringen. Anschliessend sahen wir eine Zelle, die viel gemütlicher wirkte als erwartet. Sie war mit einem guten Bett, einem Tisch und Regalen ausgestattet. Besonders eindrücklich war die Einzelhaft. Die weissen Wände, das unbequeme Bett und die ständige Überwachung wirkten sehr furchteinflössend.»

Amar, Yusuf, Ecrin, Aselya

 

«In der Untersuchungshaft sind die Personen noch nicht verurteilt. Die Bedingungen sind besonders streng und der Kontakt zur Aussenwelt stark eingeschränkt. Die Insassen verbringen etwa 22 Stunden in der Zelle, haben eine Stunde Kontaktzeit und eine Stunde Hofgang mit besonderen Regeln. Es gibt eine Hierarchie nach der Art der Delikte. Etwa 90 % sind Männer und 10 % Frauen, getrennt untergebracht. Mitarbeitende erkennen an kleinen Details die Stimmung: Hausschuhe deuten auf Entspannung, fest gebundene Turnschuhe auf Spannungen. Wer im Spazierhof entgegen der Laufrichtung geht, provoziert. Das Zusammenleben ähnelt teilweise einer Schulklasse. Sicherheitsmassnahmen sind überall sichtbar: markierte Linien regeln den Abstand, die Abstandszelle («Bunker») wird bei Regelverstössen oder Suizidgefahr eingesetzt. Besuche sind nur mit Bewilligung erlaubt und finden unter Kontrollen durch eine Trennscheibe statt. Auch Briefe werden kontrolliert. Resozialisierung spielt eine wichtige Rolle. Ab dem ersten Tag können die Insassen arbeiten und Sportangebote nutzen. Ziel ist es, die Gewaltquote zu senken und sie auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. Besonders nachdenklich machte mich ein Satz an einer Zellwand: „Ich bete, dass sie mich rauslassen.“»

Diora

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert