„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“ [1]

 

Die Schulleitung hat sich Mitte Februar einerseits mit den Vertreterinnen und Vertretern der künftigen Abschlussklassen und andererseits mit jenen der aktuellen ersten Klassen getroffen. An beiden Treffen gab es ein gemeinsames Thema: die aktuelle Diskussion rund um die Klimastreiks.

Seit Ende Dezember finden sie statt, die Schülerdemonstrationen, deren Zweck darin besteht, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, Veränderungen einzuleiten, die diesen aufhalten sollen und dabei Politikerinnen und Politikern Zugeständnisse in diese Richtung abzuringen. Unser Rektor betont an diesen Treffen, er finde es wichtig und richtig, dass sich junge Leute mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzten, sich eine Meinung bildeten und für eine Sache eintreten würden. Ob es nötig sei, dass Schülerinnen und Schüler dabei dem Unterricht fernblieben, müssten die Streikenden beurteilen. Das Recht zu streiken bestehe jedenfalls. Gleichzeitig obliege es den Schulen und Lehrpersonen, zu entscheiden, wie sie mit den dabei entstehenden Absenzen umgehen würden (Siehe das Dokument „Umgang mit Absenzen bei Klimademonstrationen“).

Wohl wichtiger als der Streik selbst ist, den grossen Worten auch Taten folgen zu lassen. Und da können auch wir – Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Angestellte, kurz: alle unter dem Dach unserer Schule – sicher etwas bewirken, wenn wir es wollen. Und natürlich kommt man dann am Thema Auslandkolonie und Abschlussreise nicht vorbei. Dabei geht es niemandem um ein striktes und generelles Flugverbot. Die ausgewählten Destinationen auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen, muss aber erlaubt sein. Worum geht es bei Reisen im Rahmen unserer Lern- und Lehrtätigkeit? Darum, möglichst weit weg zu sein? Oder doch eher um das gemeinsame Erleben des Unterwegs-Seins, bei dem der Ort am Ende eher im Hintergrund, die Auseinandersetzung mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus der Klasse dafür zuvorderst steht? Oder frei mit dem Italien-Kenner Goethe gesprochen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

So oder so: Die Klassen sollen eigenverantwortlich prüfen, ob die Wahl des Ortes und des Transportmittels sinnvoll ist. Hier hilft wohl am ehesten die Beantwortung der Frage, was uns wichtig ist, und weniger die Destinationen-Liste von einschlägig bekannten Billigflug-Anbietern.

Die Klima-Frage ernst zu nehmen, zeugt von Haltung. Zeichen nach aussen zu senden in die Gesellschaft, in die Politik, in die Wirtschaft – letztlich in die Erwachsenenwelt – zeigt: die „Null-Bock-Generation“ kümmert sich durchaus darum, wie die Zukunft aussehen soll. Die berühmte „Jugend von heute“ macht deutlich, dass ihr nicht alles egal ist, wie immer wieder behauptet wird.

Wer will, ist herzlich eingeladen, mitzuwirken. Die an unserer Schule neu gegründete Arbeitsgruppe „Nachhaltige(re) Schule“ sucht und entwickelt Ideen, die unsere Schule etwas ökologischer macht. Und dabei geht es um weit mehr als nur um Flugreisen im Rahmen der Schule. Gesucht werden Leute, die dabei mithelfen wollen. Gerade auch Schülerinnen und Schüler (siehe Flyer Nachhaltigkeit)!

Rg

[1] So soll Andy Möller, ein ehemaliger deutscher Weltklassefussballspieler, auf die Interviewfrage, wo er denn in der folgenden Saison spiele, geantwortet haben.

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