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Welche Auswirkungen hat KI auf das Lernen und Prüfen?

Diese Frage nach dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz steht an der Netzwerktagung vom 05.09.2024 im Gymnasium Kirschgarten auf der Tagesordnung. Gerd Kortenmeyer von der ETH gibt Einblicke in die Nutzung von KI im universitären Umfeld.

Gerd Kortenmeyer, ETH Zürich (Ph.D., Rectorate and AI Center) berichtet von der Situation an der ETH. Er startet mit dem berühmt gewordenen Beispiel aus vergangenen Tagen: dem Taschenrechner. Gegen dieses nützliche Gerät sei bei seiner Einführung an Schulen massiv protestiert worden. Doch der Taschenrechner ermögliche es, komplizierte Prozesse in kürzester Zeit durchzuführen, was wohl dessen Einführung stark begünstig habe. Was dabei genau ablaufe, wisse der Anwender nicht. Es reiche, das Prinzip dahinter zu kennen. Die durch Technik freiwerdende Zeit schaffe neue Möglichkeiten.

Gelte dies nun nicht auch für KI, um die genauso gestritten werde?

An der ETH Zürich arbeite man neu mit einem Intelligent Tutoring System. Dies sei der Not geschuldet, mit der Betreuung der Studierenden nicht mehr nachzukommen. Ein Tutor (Vormund oder Beschützer, aus dem Lateinischen stammend) ist im akademischen Bereich eine Person die an Universitäten und Hochschulen andere Personen begleitet, unterrichtet und anleitet. An der ETH stehe nun eine KI in Form eines Chatbots zur Verfügung als Gesprächspartner, gebe Feedback auf Übungen und korrigiere Klausuren. Alles basierend auf Materialien, die von den Dozenten eingespeist worden seien.

Kortenmeyer kommt zum Fazit, dass das Intelligent Tutoring System insgesamt schon ziemlich gut funktioniere, man könne zu grossen Teilen auf die Technologie vertrauen, man werde an den Schwächen des Systems arbeiten und das Projekt weiterverfolgen. Ein Nachteil sei der enorme ökologische Fussabdruck, der entstehe. Auch das Halluzinieren der KI sei ein Problem (hin und wieder erfinde die KI Dinge, die nicht vorhanden seien). Aber auch Menschen hätten bekanntlich ihre Hirngespinste. Daher sei es von grosser Bedeutung, das Wissen, das Verständnis und die Kritikfähigkeit zu haben, um beurteilen zu können, ob das, was der Chatbot verkündet, auch stimme. Ob sich insgesamt der Aufwand lohne, wisse Kortenmeyer nicht.

Grundsätzlich gilt: Das Wesen von Wissenschaft und Forschung ist, Wissen aufzubauen und zu forschen. Nicht alles kann und muss immer direkten Nutzen haben und Mehrwert aufweisen. Wissen und Verständnis haben ihren Wert in sich selbst (Aristoteles).

Der Vortrag von Kortenmeyer ist in diesem Sinne zu verstehen. Die ETH probiert, weil sie es will. Was daraus wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Dennoch: Müssen wir Technologie nutzen, nur weil sie existiert?

Und: Wie verhindern wir eine Selbstentmündigung?

Was hat das nun für Mittelschulen zu bedeuten?

Wohin wollen wir?

Was soll man noch wissen und können können?

Dies sind die Fragen, die im weiteren Verlauf im Rahmen der Netzwerktagung diskutiert werden. Man kommt sich zuweilen angesichts der Dimension des Themas recht klein und unbedeutend vor.

Rg

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