Finnischer Tango

Der finnische Botschafter Timo Rajakangas zu Gast an unserer Schule.

Es ist mittlerweile eine ehrwürdige Tradition am 9. Mai, dem Europatag, einen Botschafter oder eine Botschafterin eines europäischen Landes bei uns in der Schule begrüssen zu dürfen. Nach ein paar warmen Willkommensworten unseres Konrektors Enzo Marelli legte der Mann aus dem hohen Norden, der übrigens mit einer persönlichen Assistentin angereist war, auch schon los mit einer Power-Point-Präsentation, die nichts zu wünschen übrig liess. Damit ist gemeint, dass die Wissensvermittlung des Botschafters so umfangreich und allumfassend war, dass den SuS schon angst und bange wurde, ob sie wohl ihre mühsam mit Hilfe von Wikipedia ausgetüftelten Fragen loswerden könnten.

Doch der Botschafter liess sich nicht bremsen und arbeitete seine Traktantenliste unbeirrt ab: Finnland in der Schweiz, was ist Finnland, Finnland und die EU, so lauteten die Themen des Einstiegs. Und weiter gings: Aufgaben der Botschaft, was macht ein Botschafter so den ganzen lieben Tag (Essen, Empfänge, Seminare, Nachrichten lesen etc.). Danach gab es als weitere Zugabe noch eine geballte Ladung zusätzlicher Infos über Finnland. So erfuhr das Publikum z.B., dass alle Finnen Schwedisch lernen müssen, das Land in jeder Pisa-Studie unter den Top 10 anzufinden ist und dass jeder SuS ein kostenloses Mittagessen vom Staat spendiert bekommt.

So verging der Nachmittag und der Botschafter verlor sich doch etwas in den Details und forderte den SuS einiges an Aufmerksamkeit und Zuhörbereitschaft ab. Gegen Ende bekamen sie aber doch noch Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden. So wollten sie die Beziehung zu Russland etwas genauer erläutert haben („Putin mach Sorgen“) und wollten wissen, was die Finnen im Winter so tun, wenn über Monate hinweg die Sonne nicht aufgeht („nichts Besonderes“). Danach war aber wieder Timo –man duzt sich in Finnland – an der Reihe und präsentierte eine Art Bilderquiz, bei dem das Publikum anhand von Piktogrammen typische finnische Eigenschaften und Errungenschaften zu erraten hatte. Ein Bild zeigte uns ein tanzendes Pärchen, dessen Bedeutung die SuS und auch der hier Schreibende auf einen finnischen Volkstanz zurückführten. Doch weit gefehlt: Das Bild weist auf einen wohl ausserhalb Finnlands kaum beachteten und gebührend geschätzten, bewunderungswürdigen finnischen Beitrag zum Weltkulturerbe hin: den finnischen Tango! Diesen kann buchstäblich jeder Finne und jede Finnin tanzen, weil … ja, weil er in Finnland erfunden wurde, wie Timo mit süffisantem Lächeln der verdutzten Zuhörerschaft verkündete. Die Argentinier (und auch die Uruguayer) wollen es scheinbar nicht glauben, dass dieser impulsiv-erotische Tanz von einem unterkühlten Volk knapp südlich des Nordkaps ersonnen wurde. Wir glauben, Timo war sich hier zum ersten Mal an diesem informativen Nachmittag seiner Sache auch nicht so sicher…

Zum Ende der Veranstaltung überreichte Stefan Rüegger dem Botschafter den hiesigen, unumstrittenen Beitrag zum Weltkulturerbe – eine Schachtel feinster Basler Läckerli.

 

Ulrich Roser, im Mai 2018

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